Iranische Mentalität

Iranische Mentalität

Iranische Mentalität

Ein zentrales Element einer Kultur ist die jeweils dazugehörige Mentalität. Mentalität umschreibt die Art und Weise wie Menschen denken, wie sie fühlen und wie sie sich im Alltag verhalten. Wie lässt sich die iranische Mentalität am besten Beschreiben? Was zeichnet die iranische Mentalität im Besonderen aus?

Iraner beschreiben ihre eigene Mentalität wie folgt: Iraner sind sehr gastfreundlich, insbesondere zu Ausländern. Sie laden gerne Menschen zu sich nach Hause ein, selbst wenn es Ihnen nicht in den Kram passt oder sie in Wirklichkeit keine Zeit übrig haben. Zudem haben Iraner den Ruf sehr temperamentvoll und expressiv zu sein. Grundsätzlich reden Iraner viel und gerne – über sich und über ihr eigenes Land. Viele Iraner sind sehr stolz auf ihre reiche Geschichte und die zahlreichen vorislamischen Hochkulturen auf iranischem Territorium. Im Allgemeinen gelten sie als freundlich und gesellig. Viele Iraner lieben den Klatsch und Tratsch. Zudem erzählen einige Iraner gerne selbstbewusst von Ihren Leistungen und Errungenschaften.

Gleichzeitig sind Iraner selten direkt. Es fällt ihnen mitunter schwer “nein” zu sagen. Aus Freundlichkeit bzw. aus Gründen der Höflichkeit, sagen Iraner oft “ja”, auch wenn sie lieber “nein” sagen würden. Iraner sagen über sich, dass sie eher unpünktlich sind. Zudem sehen sie Pünktlichkeit und Organisation etwas lockerer.

Im Iran gibt es sehr viel Augenkontakt zwischen den Menschen. Im Gegensatz zu vielen westlichen Staaten, wo der Augenkontakt eher gezielt und utilitaristisch erfolgt, sind die Blickkontakte im Iran zwischen den Menschen intensiv. Die Menschen und insbesondere die Frauen sind sind in der Regel emotional und zeigen ihre Gefühle.

Die iranische Mentalität ist von zahlreichen Widersprüchen geprägt. Dies lässt sich wie folgt erklären Aufgrund des politischen Umsturzes nach der Islamischen Revolution 1979 erklären. Der Iran der Shah-Zeit, in den 1960er und 1970er Jahren war von westlichem links-intellektuellen Gedankengut geprägt. Die Mittelschicht las Adorno und Nietzsche. Nach der Islamischen Revolution gab es einen abrupten Turnaround hin zur Ideologie des politischen Islam. Aufgrund der expansiven Geburtenpolitik in der Khomeni Ära wurden viele Iraner sind zwischen 1980 und 1990 geboren. Sie gehören der sogenannten “Generation Y” an. Sie haben mit den Spätfolgen des extremen Umschwunges zu kämpfen.

Des weiteren sind viele Iraner sehr Status-bewusst. Iraner legen wert auf Statussymbole wie Autos, Uhren, Klamotten, Schuhe, Mobiltelefone und Schmuck. Sie zeigen gerne was sie haben. Die Männer kleiden sich oft elegant und modisch. Auch die Frauen sind sehr modisch und feminin gekleidet.

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage ist das Wohlstandsniveau im Iran in den vergangenen Jahren gesunken. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit 28,7% (2017) auf einem sehr hohen Niveau.  Viele junge Iraner sehnen sich daher nach einem Leben im Ausland. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sind zehntausende junge Iraner ins westliche Ausland ausgewandert. Diese schwierige ökonomische Ausgangslage sollte einem Menschen aus der westlichen Welt bewusst sein, wenn er insbesondere die junge Generation im Iran verstehen möchte.